Music in the Air!
Messe für die gegenwärtige Zeit
Gottesdienst mit Klängen und Texten des Züricher Komponisten Armin Schibler anlässlich seines 100.
Geburtstages am 20. Nov. 1920
Sonntag, 29. November 2020, 10.00 Kirche Volketswil
Sonntag, 29. November 2020, 11.30 Kirche Volketswil (Wiederholung)
Das Programm:
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Daniel Bosshard (Orgel) und Cornelia Messerli-Ott (Violine):
Improvisation für Violine und Orgel
(Werkverzeichnis 112, 1952)
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Matthias Arter (Oboe): Dithyrambus für Oboe solo
(Werkverzeichnis 81, 1971)
- Gina Schibler: Texte und biblische Auslegung
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Es freut mich, dass wir , trotz Corona die Gelegenheit haben in kleinem Rahmen Musik und Texte dieses grossen
Komponisten und engagierten Schriftstellers zu hören.
Schiblers Texte und Klänge gehen unter die Haut. Sie stellen eine verzauberte Welt dar, sind Klänge voller Sehnsucht, musikalische Heimat und Verlorenheit zugleich. Zugleich entführen sie nicht nur in un-erhörte Klangwelten, sondern konfrontieren uns mit den Folgen menschlichen Tuns in der Gegenwart. Seine Klänge flukturieren zwischen Wohllaut und Klage, dringen mit überwältigender Schönheit auf uns ein, als sei Erlösung greifbar nahe, um wieder zu vergehen - wie eine getäuschte Hoffnung sich eintrübt in grenzenloser, Erde und Kosmos umfassender Verzweiflung. Schiblers Musik legt gleichsam einen Riss in uns und der Welt bloss, wodurch eine Ahnung vom Wesen und Sinn in uns strömt: Schmerz und Wohlklang, Hoffnung und Verzweiflung zugleich. Schiblers Werk Messe für die Gegenwärtige Zeit versucht, uns das Göttlichen nahe zu bringen.
An der Feier vom 29. Nov. werden wir, Musiker/innen aus Volketswil und ich, Schiblers Musik und Texte in den Mittelpunkt rücken und biblische Bezüge herstellen.
Schibler hat sich wie kein zweiter Kunstschaffender den drängenden Problemen seiner Zeit gestellt und sie künstlerisch zu gestalten versucht . Er schuf dazu die eigene Gattung der Hörwerke: Eine intensive Verbindung von Wort und Musik, in der beide Partner eigenständig bleiben und sich dennoch aufeinander beziehen. Diese Werke schaffen es wie keine andere, Bedrängnisse der Gegenwart (z.B. die ökologische Bedrohung) in Worte und Klänge zu packen. Sie werden damit zum Gesamtkunstwerk, das einem nicht loslässt.
Seinerzeit wurde Schibler als Prophet bezeichnet, dessen Botschaft nicht überall gern gehört wird. Schibler hat die Klimakrise, die uns heute zu schaffen macht, nicht so benannt, aber die ökologische Bedrängnis, durch die Wachstumseuphorie der Hochkonjunktur verursacht, gleichsam prophetisch vorausgeahnt. Schiblers Werke sind jedoch nicht nur prophetische Anklage, sondern auch Klang gewordener Segen, sind Tanz gewordene Glückseligkeit. Lassen Sie sich berühren von dieser heutigen Interpretation der biblischen Botschaft − ich bin gespannt auf Ihr Echo!
Gina Schibler