Zeitzeugen aus allernächster Nähe kommen aus seiner Familie. Seine Ehefrau Tatjana Schibler und seine Tochter Gina Schibler kommen ausführlich im biographischen Teil dieser Website zu Wort.
Ich bin zutiefst beeindruckt von der herrlichen und musikalischen Dichte von Schiblers Werk.
Über The Point of Return: Schiblers Umgang mit dem Wort beglückt mich: die musikalischen Mittel, die ihm so reichlich zur Verfügung stehen, geben ihm Perspektive, Raum, Transparenz. Der Klang bleibt im eigenen Gewicht und Wort bleibt Wort. Nach 150 Jahren, die dem Wort eine eigengesetzliche, aber musikantisch verfahrende fremde Welt aufpfropften, stehen bei Schibler die Künste mit kreisenden Fächern ineinander. Er bricht damit aus dem Konzertsaal aus; der Alltag wird sakral. Das liegt jenseits des geschmäcklerischen Hörens. Es will dem Konzertsaal neuen Sinn geben.
Nach Ihren sehr berührenden und auch gekonnten Texten schätze ich besonders Ihre Kammermusik.
Über Media in Vita: Auch die stilistischen Möglichkeiten der Oper und des Musiktheater ziehen ihn in seinen Bann, was sich in Werke für die Oper niederschlägt. Er entwickelt in Anlehnung an die Idee des totalen musikalischen Theaters die Musikgattung des Hörwerk/Hoerwerk.
Als Solist im 2. Violinkonzert: Ich bin stolz und glücklich über die Widmung dieses Werks, das mit dem unerwarteten Einblenden des Textes eine ergreifende visionäre Wirkung erziehlt. Ihr Un Signal d'Espoir verleiht der Konzertform eine neue Dimension.
Eine starke Persönlichkeit von geistig wie musikalisch imposantem Ausmaß, immer auf der Suche, im Ringen um neue Wege und neue Formen für einen einzigen Inhalt: dem Menschen in seiner unfaßbaren Vielgestaltigkeit.
Nach Huttens letzte Tage habe ich nun auch Ihre Texte mit großem Fasziniertsein und Bewunderung kennengelernt. Sie sind auch ein Meister des Wortes. Der Gedanke drängte sich mir auf, wieviel mehr Sie den an der Musik zweifelnden und unsicher gewordenen Menschen als Schreibender nahe kommen könnten denn als Musiker, der sich an ein wesentlich kleineres Häuflein von Zuhörern zu wenden gezwungen sieht.
Ich glaube, daß Sie den „Romantiker" in sich nicht umbringen sollen und werden; Sie werden - nicht im Sinn eines Kompromisses, sondern im Sinn eines Spannungsfeldes - beide Bereiche erhalten und nebeneinander ausbauen
Das ist für mich an Schiblers Musik das Erregende: wie ein im Ansatz einfaches Motiv dynamisch behändigt erhitzt, auf den Amboß gelegt, geglüht und gehämmert wird - Musik als etwas, was das Bewußtsein erhöht, schärft, hell macht ...
Schiblers Point of Return zählt zweifellos zum Allerbesten, was ich von ihm kenne.
Schiblers Musik, sein künstlerisches Anliegen hat mit meinem Schaffen viel mehr Gemeinsamkeit, als das den Anschein haben mag - sein Epitaph ist wirklich überwältigend.
Ich finde Schiblers Passacaglia schlichtweg grandios. Besonders beeindruckt haben mich die Instrumentation und der große formale Atem - das ganze Stück ist ein großer Bogen.
Zu La Folie de Tristan: Ich wage zu vermuten, daß Schibler von Natur aus zu esoterischer Aussage neigt - die Wahl hervorragender dichterischer Texte und das Aufgebot an klanglichen Mitteln weist darauf hin. Andrerseits ist die öffnung zu einer breiteren Verständlichkeit glaubhaft durch die Vitalität seiner Einfälle: Das ergibt eine ungemein schwierige Gratwanderung, die auf musikalischem Gebiet immer wieder überzeugend gelingt.